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StrategienMathematisch betrachtet ist das Blackjackspiel ein Spiel für nur einen Spieler, da das Verhalten des Croupiers einem starren Schema folgt und keinerlei Freiheiten läßt - Freiheiten schaden hier nur, wie man an den bis heute in den Anfängen steckenden Versuchen erkennt, beispielsweise Empfehlungen für das Verhalten beim Pokerspiel in einer griffigen Strategie zu formulieren. Dies macht eine genaue Analyse des Blackjackspiels prinzipiell einfacher, als dies bei Spielen mit zwei oder noch mehr freien Entscheidungsträgern der Fall ist.Obwohl die Spieltheorie ein Kind des frühen 20 Jahrhunderts ist, hat es aber gerade in der Zeit um 1950 herum viele Abhandlungen über Blackjack gegeben, deren Inhalte mehr auf Erfahrung und Schätzung beruhten als auf präziser Analyse, und dementsprechende Ungenauigkeiten gegenüber dem, was nun bald kommen sollte, aufwiesen. Auch - mehr oder minder ungenaue - Versuche, die Chancen bei diesem Spiel exakt zu berechnen, hat es genug gegeben. Doch der Urknall des Blackjack war nicht mehr fern... Im Jahre 1956 endlich fand ein kleiner Trupps von vier ehemaligen US-Soldaten
unter Roger Baldwin den entscheidenden Ansatz, der zum Erfolg führte.
Ihr bahnbrechender Artikel in einer renommierten US-Fachzeitschrift brachte
eine mathematische Analyse des Spiels. In dieser Arbeit werden erstmals
exakte Erwartungswerte für das Black-Jack-Spiel hergeleitet und daraus
eine für alle denkbaren Situationen korrekte optimale Spielstrategie
entwickelt, die Basisstrategie.
Wenn der Spieler die Inhalte der Ziehvorschriften, die in den zu dieser Basisstrategie gehörenden Tabellen enthalten sind, richtig anwendet, so erzielt er langfristig das bestmögliche Resultat, das er ohne Ausnutzung weiterer Kenntnisse überhaupt erzielen kann.
Leider taugt die Basisstrategie aber noch nicht zum endgültigen
Durchbruch, nämlich dem langfristigen Gewinn. Dazu sind weitere Maßnahmen
erforderlich. Den Weg dahin hat 1962 erstmals der amerikanische Mathematikprofessor
E. 0. Thorp mit seinem unter Blackjack-Anhängern mittlerweile zum
Kultbuch avancierten »Beat the Dealer« (etwa »Sieg
über die Bank«) aufgezeigt. Dieses Werk enthält eine präzise
Beschreibung mehrerer Gewinnsysteme und enthält die Aussage, daß
man durch eine geeignete Technik zum Merken gefallener Karten - gleichgültig,
ob aus einem Karetenschlitten oder aus der Hand des Croupiers gezogen -
langfristig gegen die Bank gewinnen kann. Damit war das Kartenzählen
oder Card Counting geboren. Daß das Mitzählen der Karten nach
einem bestimmten Schlüssel für den Spieler vorteilhaft sein kann,
läßt sich leicht plausibel machen. Hat man in einem Bereich
des Kartenstapels beispielsweise besonders viele Asse und Zehner, so wird
es in der Folge viele Blackjacks geben, die sowohl für die Bank als
auch für den Spieler Vorteile bringen - diejenigen für den Spieler
sind aber größer, da der Blackjack für ihn im Verhältnis
3:2 ausbezahlt wird. Des weiteren ist die Gefahr des Überkaufens bei
einer überproportionalen Dichte an Zehnen und Bildern größer
geworden, was der schlaue Spieler durch ein zurückhaltenderes Ziehverhalten
kompensieren kann - nicht jedoch die Bank. Gelingt es dem Spieler nun,
solche und andere Situationen ausfindig zu machen, in denen seine Chancen
erhöht sind, so kann er bei sicherem Erkennen einer vorteilhaften
Situation seinen Einsatz deutlich erhöhen und auf diese
In der Folgezeit wurde unter Programmierern und Mathematikern ein wahrer Wettstreit über das beste Kartenzählsystem ausgetragen. Dabei kam es stets auf die geschickteste Variation der Einsatzhöhen und der strategischen Spielentscheidungen an. Eine ebenso große Rolle in der Praxis spielte dann die Frage, ob ein gewöhnlicher Sterblicher diese Empfehlungen aufgrund ihrer Komplexität dann im Casino auch tatsächlich anwenden kann.
Gegenstand weiterer Untersuchungen über Gewinnmöglichkeiten im Blackjack und den Einfluß von Gegenmaßnahmen der Spielbanken bildeten in den Folgejahren außer komplexeren Zählsystemen die Analyse von Sonderwetten, zu denen die Autoren aus eigener Erfahrung besonders gerne das "Over/Under 13" nennen, das vereinzelt als Zusatzwette angeboten wurde. Darüber hinaus sorgten komplett neue Ideen wie das "Shuffle Tracking" unter Eingeweihten für Aufsehen und sind - ebenso wie die Untersuchung des "Preferential Shuffling" - teilweise noch in der Entwicklung befindlich, wie man an den noch nicht eingedeutschten Begriffen erkennen mag. Last not least haben auch die Autoren dieser Webseite während ihrer Casino-Praxis ein paar Beiträge zur Belebung der hiesigen Blackjack-Szene entwickelt, die schließlich auch die Aufmerksamkeit von Presse und TV erregten - siehe den Artikel "SIE RITTEN DEN GOLDESEL" im ehemaligen Herrenmagazin LUI, das TV-Interview in der NDR-Talkshow "Leute" mit Wolfgang Menge sowie den Artikel "GEPLANTES GLÜCK BEIM BLACKJACK" im renommierten Magazin BILD DER WISSENSCHAFT. Um welche Beiträge es sich dabei handelt, wird dem interessierten Leser sicherlich nicht lange verborgen bleiben... Wer kann da - trotz der lächerlichen Gegenmaßnahmen der Casinos - behaupten, das Thema hätte auch nur einen Deut an Spannung verloren? |
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