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History of Black Jack

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"Black Jack"

Ausrüstung, Vorbereitung

Black Jack ist ein Kartenspiel, das in deutschen Spielbanken mit 4, 5 oder 6 Kartendecks á 52 Blatt gespielt wird. Es spielen bis zu 7 Spieler unabhängig voneinander gegen das Haus, die Bank. 

Der Spieleinsatz schwankt je nach Wunsch des Spielers in den meisten Spielbanken zwischen 5 und 500 EUR, manchmal sind für die Einsätze auch Grenzen von 5 und 250 EUR festgelegt, gelegentlich auch 10 und 500 EUR. Man findet auch in ein und demselben Casino Tische mit unterschiedlichen Minimal- und Maximal-Einsätzen. 

Man findet in allen Kasinos denselben oder einen ähnlichen Aufbau. Es werden Jetons im Wert von 2.5, 5, 10, 20, 50, 100, 500 EUR ("Jeton" klingt vornehmer als "Chip" und wird daher - gemeinsam mit "Stück" - lieber verwendet). Diese Jetons werden in separaten Fächern direkt vor dem Croupier, dem Bankhalter, aufbewahrt. Links vom Croupier befindet sich der Kartenschlitten, aus dem die Karten einzeln durch einen Schlitz herausgezogen werden. In einigen Spielbanken findet man anstelle des Schlittens eine Mischmaschine, eine elektromechanische Anlage, die dem Croupier die am Ende eines Kartendurchganges fällige Mischarbeit abnimmt. Die gewohnte Mischpause findet dann aber gar nicht mehr statt, weil die Maschine ständig mischt und dem Croupier stets einen vollen oder fast vollen und gut gemischten Kartenstoß präsentiert. Direkt neben dem Schlitten ist ein Schlitz im Filztuch des Tisches, in den während des Spiels anfallende »Stücke« also Jetons, die von den Spielern als Trinkgelder für die Croupiers spendiert wurden - gesteckt werden. Rechts vom Croupier steht die Ablage für die gespielten und wieder eingesammelten Karten. Bei Verwendung von Mischmaschinen steigt die Höhe des Kartenstapels selten auf über 2 cm an, bevor die in ihm befindlichen Karten - oder nur ein Teil davon - wieder dem Mischapparat zugeführt werden. Der Schlitz neben dieser Ablage führt zu einer Kassette, in der die Banknoten aufbewahrt werden, die beim Einwechseln von Bargeld am Spieltisch anfallen.

Die Zahl der Black-Jack-Tische schwankt von Kasino zu Kasino, in den Kurorten zuweilen auch nach Saison; man findet einen oder mehrere Spieltische, deren Eröffnung meist zwischen 14 und 20 Uhr durch die Lautsprecheranlage bekanntgegeben wird. 

Oft ist eine Mindestzahl von sitzenden Spielern oder  »Boxinhabern« nötig, bevor ein Tisch eröffnet oder - im Laufe eines Abends - wieder eröffnet wird. Diese Zahl liegt meist bei 2-3 Spielern. 

Zusätzlich zu den Boxinhabern können hinter diesen stehende Spieler passiv mitsetzen.  Sie dürfen nur soviel Geld dazulegen, daß die Summe aller auf einer Box liegenden Jetons das erlaubte Maximum nicht überschreitet.  Deshalb ist es korrekt, von einem Minimum pro Person, aber einem Maximum pro Box zu sprechen. Es gibt auch Spielbanken, in denen persönliche Maxima - sowohl in Bezug auf den Einsatz als auch in Bezug auf die Anzahl bespielter Boxen - verhängt werden. Der Boxinhaber hat dabei stets die alleinige Entscheidungsbefugnis. 

Beim Eröffnen eines Spieltisches werden zunächst alle verwendeten Karten, das sind immerhin 208, 260 oder 312, offen vor den Spielern ausgelegt, damit diese sich von deren Vollständig-keit überzeugen können. Zusätzlich gibt es eine optisch auffällige, z.B. rote oder blaue, sog. Stechkarte ohne aufgedruckten Wert, die - bei Verwendung eines Kartenschlittens - zwei Funktionen besitzt. Zum einen wird sie nach dem Mischvorgang einem der Spieler überreicht, damit dieser abheben kann. Das Mischen selbst geschieht innerhalb einer Spielbank meist nach einer gleichen, festgelegten Weise, die sich von Croupier zu Croupier oder von Spieltisch zu Spieltisch nur wenig unterscheidet. 

Regeln

Bei diesem Glücksspiel handelt es sich um die deutsche Variante des internationalen Casino-Glücksspiels Blackjack. Der Spieler versucht, mit seinen Karten den Punktwert von 21 zu erreichen oder ihm möglichst nahe zu kommen, ohne durch Überschreiten der 21 automatisch zu verlieren - Spitzfindige meinen, Ziel sei es nicht, 21 zu bekommen, sondern besser zu sein als die Bank... Jeder Spieler spielt allein gegen die Bank, die ihre Karten nach festgelegten Regeln zieht. 


Nach dem Tätigen der Einsätze (siehe unter "Ausrüstung") erhalten alle Spieler (Reihenfolge nach der Numerierung der Boxen) und dann die Bank je eine Karte, anschließend jeder Spieler eine zweite Karte. Alle diese Karten werden offen ausgelegt. Ob der Croupier sich dann vor den Entscheidungen der Spieler bereits eine zweite Karte verdeckt hinlegt, ist von Haus zu Haus verschieden. 

Der Wert der einzelnen Spielkarten ergibt sich aus der aufgedruckten Zahl. Bube, Dame und König zählen 10, während das As nach Wahl mit 1 oder 11 bewertet werden kann. Die Farben der Karten (Karo, Herz, Pik, Kreuz) haben keine Bedeutung, so daß sich aus den 13 verschiedenen Aufdrucken 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, Bube, Dame, König, As zehn verschiedene Kartenwerte ergeben, wobei der Wert 10 in 4 von 13 Fällen auftritt. Ziel des Spiels ist es, die  Bank durch einen höheren Gesamtwert der Karten, der aber 21 nicht übersteigen darf, zu besiegen. Der mögliche Ausgang eines jeden Spiels - unabhängig davon, was auf den Nachbarboxen passiert ist Gewinn, Verlust oder Gleichstand ("Standoff"). Die bestmögliche Augenzahl von 21 kann nur von einem "Black Jack" übertroffen werden (siehe unten). Bei einem geringeren Blatt als "Blackjack" gewinnt die höchste erlaubte Punktzahl  - maximal also 21. Bei 22 und mehr Augen hat man sich überkauft und
verloren. Dies gilt wieder für Spieler und Bank gleichermaßen. 

Wichtig im Hinblick auf die beiden möglichen Bewertungen eines Asses ist die Unterscheidung zwischen »Hardhand« und »Softhand«. Eine Hardhand  liegt vor,  wenn die Karten genau einen möglichen Gesamtwert ergeben oder - wenn ein As dabei ist also nur einer der möglichen Gesamtwerte unter 21 liegt. Mit einem oder mehreren Assen nennt man die Hand soft, wenn verschiedene Werte bis 21 als Punktzahl genommen werden können. Beispiel: As und 6 ergeben die Softhand 7/17. Bei diesem Blatt kann der Spieler dann, ohne das Risiko des Überkaufens einzugehen, eine weitere Karte fordern. 

Ziehen und Bleiben

Der Reihe nach hat jeder Spieler, angefangen bei dem am weitesten links vorn Croupier sitzenden Teilnehmer, die Möglichkeit, beliebig viele Karten vom Croupier anzufordern (zu »kaufen«), um möglichst nahe an 21 Augen heranzukommen. Er gibt dies durch die Bemerkungen »Karte« oder »Reste« (sprich rest, französisch für  »bleiben«) zu erkennen. Oft wird die Aufforderung »Karte« durch ein leichtes Klopfen auf die entsprechende Box betont (Geste mit der linken Hand). Erzielt er dabei jedoch eine hardhand mit einer Gesamtsumme von über 21 Augen, so verliert er augenblicklich seinen Einsatz an die Bank. 

Zum Schluß zieht der Croupier Karten für sich. Er spielt hierbei nach einer festen Regel: Er muß bei unter 17 Punkten weiterziehen und darf ab 17 keine weitere Karte mehr nehmen, auch nicht bei Softhand 7/17 (Aufschrift auf dem Filztuch: »Dealer must stand on 17 and must draw to 16«). 

Doppeln

Haben die ersten beiden Karten des Spielers den Gesamtwert 9, 10 oder 11, so kann der Spieler seinen Einsatz verdoppeln. Er erhält dann aber nur noch eine weitere Karte. Bei ihm mitsetzende Spieler - ob am Tisch oder hinter ihm stehend - brauchen nicht mitzudoppeln. 

Splitten

Sind die ersten beiden Karten des Spielers - unabhängig von ihrer Farbe - gleichwertig (z.B. Kreuz-As und Herz-As), so kann der Spieler splitten, d.h. die Teilung der beiden Karten verlangen,  wobei ein neuer Einsatz in Höhe des alten fällig wird. Der Spieler, der nun 2 Hände besitzt, erhält dann zu jeder einzelnen Karte beliebig viele weitere, ausgenommen, er splittet 2 Asse. Dann nämlich bekommt er nur je eine weitere Karte. Sollte diese Karte den Wert 10 haben, so zählen die beiden Karten dieser Hand aber nur als 21 und nicht als Black Jack. Außenstehende oder Boxnachbarn, die mitgesetzt haben, brauchen nicht mitzusplitten; ihr Einsatz wird dann geteilt und je eine Hälfte setzt auf eine der beiden neuen Hände, oder aber der Croupier schiebt den Einsatz des Mit-Setzers vor dem Ziehen weiterer Karten eindeutig auf eine der beiden Positionen. 

Beim Splitten zeigen sich einige Regelvarianten. Es fängt an mit der Erlaubnis, je zwei beliebige zehnwertige Karten splitten zu dürfen oder nur solche, die auch das gleiche Symbol (zum Beispiel eine Dame) zeigen. Aufgrund der Tatsache, daß der Spieler sich bei Splitten von Zehnen statistisch nur verschlechtern kann, wird diese Erlaubnis meist großzügig gehandhabt. 

In verschiedenen deutschen Spielbanken kann beim Auftauchen einer dritten Karte gleichen Wertes ein erneutes Splitten erlaubt sein. Auf diese Weise ist von den Autoren die kleine Sensation von 9 geteilten Händen gesehen worden. Erhält man nun mit der neu hinzugekauften Karte auf einer Hand 9, 10 oder 11 Augen, so ist ein Doppeln nach dem Splitten je nach Haus erlaubt (der wahrscheinlichere Fall) oder nicht erlaubt. Ebenso kann man geteilte Hände entweder einzeln oder nur gemeinsam versichern (siebe unten). 

Schließlich liefert in einigen Kasinos ein As, das auf ein gesplittetes Zehner-Paar hinzugekauft wurde, zusammen mit der entsprechenden 10 einen Black Jack, meistens jedoch nicht. 

Black Jack

Ideales Blatt für Spieler und Bank ist die Kombination eines As mit einer zehnwertigen Karte. Bei diesem besten aller Blätter wurden die 21 Punkte durch die ersten beiden Karten erreicht. Ein Black Jack wird höher bewertet als auf andere Weise erzielte 21 Punkte. Der ganz entscheidende Vorteil dieses Blattes für den Spieler ergibt sich aus der Asymmetrie zwischen Gewinn und Verlust, d.h. zwischen Einsatz und Auszahlung (s.u.). 

Hat der Spieler einen Blackjack und die Bank als erste Karte weder 10 noch Bild noch As, kann also keinen Black Jack mehr erreichen, so wird der Gewinn (3 zu 2) sofort an den entsprechenden Spieler ausbezahlt.

Zusatzwetten

Man kann für die im folgenden genannten Extrawetten unterschiedlicher Meinung darüber sein, ob die jeweilige Wette integraler Bestandteil des Spiels ist oder als Extra-Wette anzusehen ist. Dies gilt insbesondere für die Versicherung.

Art und Anzahl der angebotenen Zusatzwetten schwankt von Spielbank zu Spielbank. Diese Zusatzwetten sind zum Teil besonders reizvoll, da z.B. im Gewinnfalle beim "Super Jack" das bis zu 300-fache des Einsatzes ausbezahlt wird. Hier kann der Spieler mit Minimaleinsatz auf das Resultat der Bank setzen und zwischen "Black Jack", "Silver Jack" (Black Jack in der gleichen Kartenfarbe), "Gold Jack" (Black Jack in der Kartenfarbe Herz) und "Bust" (Überkaufen der Bank) wählen. 

Versicherung

Ist die erste Karte der Bank ein As, so kann der Spieler sich mit der Hälfte seines Einsatzes gegen einen möglichen Black Jack der Bank versichern. Bekommt die Bank dann tatsächlich einen Black Jack, so erhält er das Doppelte seines Versicherungseinsatzes als Gewinn, andernfalls ist nur diese separate Wette verloren (auf dem Filztuch:  »Insurance pays 2 to 1«). Der Sinn dieser Versicherung ist - wie im richtigen Leben - folgender: Im Falle eines Black Jack für die Bank verliert man zwar den Boxeinsatz (Schadensfall), aber zusammen mit der ausbezahlten Höhe der Versicherung, die ja mit der Höhe des Box-Einsatzes identisch ist, hat man insgesamt gesehen nichts verloren. In dem häufigeren Fall des nicht eintretenden Schadens hat man nur die Versicherungsprämie, hier also den halben zusätzlichen Einsatz auf der Box, verloren. Es ist nicht besonders schwer sich auszumalen, wieviele Regelvarianten es durch all die denkbaren Split- und Doppelfälle geben kann. Die Regeln für das Auszahlen des versicherten Einsatzes bzw. des Einzugs der Versicherungsprämie gelten übrigens unabhängig vom Ausgang des betroffenen Spiels. Oft wird die Versicherung bereits unmittelbar nach Eintreten oder Nicht-Eintreten des Blackjack für die Bank, d.h. nach dem Ziehen der zweiten Karte für den Croupier, abgerechnet. Das Angebot einer Versicherung besteht nicht in allen Spielbanken. 

Gewinn und Verlust

Alle Spieler, die am Schluß noch im Spiel sind, das heißt sich nicht überkauft haben, erhalten einen Gewinn in Höhe ihres Einsatzes, falls sich die Bank überkauft oder weniger Punkte als der betreffende Spieler hat. Umgekehrt verliert der Spieler, wenn die Bank mehr Punkte als er erzielt hat. Ein punktmäßiger Gleichstand bedeutet unentschieden, und der Spieler kann seinen Einsatz für das nächste Spiel stehenlassen oder verändern. Eine wichtige Besonderheit bildet der Black Jack: Wird dieses Spitzenresultat nicht durch einen Blackjack der Bank (dann ist nämlich wieder unentschieden) ausgeglichen, so erhält der Spieler mit einem Black Jack statt des einfachen den l.5-fachen Einsatz als Gewinn ausbezahlt (vgl. die Aufschrift auf dem Tischtuch: »Black Jack pays 3:2« ). 

Die Abrechnung erfolgt boxweise, innerhalb einer Box nach Split handweise: Jetons werden eingezogen oder ausbezahlt, die ausgespielten Karten werden aufgenommen und in die Ablage gelegt, wo sie bis zum nächsten Mischvorgang aufbewahrt  werden. Ein neues Spiel beginnt mit dem Tätigen der Einsätze, zu dem der Croupier durch die Aufforderung  »Bitte das Spiel zu machen!« einlädt.

claus@schoenleber.com - V0.1 04/02